"Lenni und Wolf", der Schulroman der DESM

Sicher gibt es nicht allzu viele Auslandsschulen, die ihren eigenen Roman haben, und dann noch einen der es literarisch mit den üblichen Jugendbüchern aufnehmen kann.

Eine Geschichte aus Abenteuer und Liebe zwischen zwei Schülern aus gegensätzlichen Welten, der Traumwelt der reichen Expatkinder in ihren Villen in Alabang und der Wirklichkeit des Lebens vieler Philippinos in Manila.

Susanne Hämmerle hat diesen Roman 1999 veröffentlicht. Sie hat lange Jahre in Manila gelebt, ihre Kinder haben die deutsche Schule besucht.

Spannend ist der Roman nicht nur wegen seiner Handlung, sondern auch weil er zum Vergleich der heutigen Schule mit der Vergangenheit einlädt. 

Im Folgenden haben wir Meinungen von Schülern und Ausschnitte ihrer Arbeit zusammengestellt.

Aber zuerst ein paar Worte über unserere Autorin, Susanna Hämmerle. 

Seit 2010 lebt sie im Raum Ludwigsburg. Aufgewachsen ist sie im Welzheimer Wald inmitten von wunderbarer Natur. Wiesen und Wälder hat sie nachhaltig geprägt.
Nach dem Abitur heiratete sie bald und wurde Mutter von drei Töchtern. Beruflich arbeitete sie sehr vielseitig als Schreinerin, Buchautorin, Journalistin, Nachhilfelehrerin und Mentorin von Kindern, die keine so gute Kindheit hatten wie sie selbst. Mit ihrer Familie lebte sie  von 1992 bis 1998 in Kenia und auf den Philippinen.

Hier schrieb sie den Roman Lenni und Wolff. Sie verarbeitete darin viele von ihren Erlebnissen und die ihrer Kinder. Der Eurocampus und unsere Schule werden darin lebendig, ein Stück unserer Geschichte.

Nach ihrer Rückkehr wohnte Frau Hämmerle im schönen Jagsttal. 2003 begann sie ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin in der Paracelsus-Schule in Heilbronn. Die Entscheidung führte zur Trennung von ihrem bisherigen Lebensbegleiter, der auf die Philippinen zurückkehrte.

Um ihr Leben neu zu organisieren, machte sie eine Pause in Australien. Dort erweiterte sie ihre Kenntnisse in der Naturheilkunde und Psychologie, was für eine erfolgreiche Begleitung von Menschen unerlässlich ist.

2010 kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete ein Jahr in der Praxis eines Kollegen in Bietigheim-Bissingen.

Im Januar 2012 eröffnete sie ihre eigene Naturheilpraxis, wo sie schon vielen Menschen helfen konnte, die eine Wegbegleitung suchen.

Sie erarbeitet für jeden auf Basis einer genauen Diagnostik ein individuelles Behandlungskonzept und kontrolliert den Verlauf gewissenhaft. Jeder kleine Schritt, den der Patient auf diesem Weg voran kommen, ist für sie eine Bestätigung für den Sinn ihrer Arbeit.

Diese Feinfühligkeit und Empathie die Verantwortung und der Einsatz für andere sind auch in ihrem Roman deutlich spürbar, in der Darstellung der Konflikte der Schüler, der gemeinsamen Unternehmungen und vor allem in der Freundschaft, die im Mittepunkt der Romanhandlung steht. 

Damit ist der Roman zugleich ein Roman der Werte unseres pädagischen Leitbildes:

Achtsamkeit und Respekt, Selbstständigkeit, Verantwortungsgefühl, Integrität und Mitgefühl. Die soziale Verantwortung für die Armen Manilas und die Begeisterung für Natur und Ursprungskulturen in dem Jugendroman passen außerdem gut zu uns als UNESCO-Schule.

Meinungen unserer Schülerinnen und Schülern der Klasse 8d:

"Der Roman stellt den Unterschied von Arm und Reich drastisch dar, die unterschiedliche Lebensweise und anderes. Er ist spannend erzählt und sehr ausführlich und detailliert in der Darstellung."  Nicolas Jähnchen

"Ich bin total überrascht von dem dramatischen Inhalt, der in diesem Roman steckt." Marc Rieger

"Ich empfehle den Roman wegen der dramatischen Liebesgeschichte und den spannenden Abenteuern, außerdem hat er mich sehr nachdenklich gemacht." Justin Schneider

"Ich finde das Buch gut, weil es viele verschiedene Erzählformen gibt: Abenteuer, Liebe, Familiendrama." Leonie Kranz

"Dem Leser werden lebhafte Eindrücke von den unterschiedlichen "Welten" der beiden Teenager vermittelt, sie werden sehr gefühlvoll vermittelt." Franziska Schuh

"Das Buch ist sehr gut geschrieben. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sondern auch interessant. Vieles ist genau wie in unserem Leben, an der Schule heute" Juliette Hoschka

"Ich persönlich interessiere mich momentan hauptsächlich für Lennis Liebeskummer....Der Roman gibt dieses Gefühl gut wieder." Alexandra Odenthal 

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Inhaltsangaben zu Susanne Hämmerles Jugendbuch Lenni und Wolf

Kapitel 1: Der Neue

Im ersten Kapitel stellt sich die Ich-Erzählerin Lenni (Leonora) vor, die mit ihrer Familie in Manila gelebt hat. Sie denkt an die Zeit am Eurocampus zurück, als sie Wolf kennenlernte, der ihr Leben verändert hat. Sie beschreibt den Eurocampus und das Leben in Manila. Sie kommt zu spät zum Englischunterricht bei Herrn Schelmer, einem „kraushaarigen Wichtigtuer“. Er ärgert sich vor allem über Patrick, der während des Unterrichts Comics liest. Unangekündigt kommt ein neuer Schüler in die Klasse, den Lenni sofort sympathisch und interessant findet. Anders als bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit möchte niemand mit dem neuen Schüler Kontakt aufnehmen und er scheint nur Lenni zu gefallen, die sich zum ersten Mal für einen Jungen interessiert. Im Mathematik-Unterricht von Frau Gerber erfahren die Schüler den vollen Namen des Neuen: Wolf-Gunter Ackerschauer. Lenni muss an die Tafel und vorrechnen, wobei sie kläglich versagt.  Nach der Stunde tröstet Wolf sie. Später ist Sportunterricht, aber leider kann Wolf nicht mitmachen.

Kapitel 2: Unterschiedlicher Standard

Einige Schüler finden Wolf sehr sonderbar. Er scheint den Kontakt mit ihnen zu vermeiden.  Sie fragen ihn, wo er wohnt und stellen fest, dass er nicht in einem der exklusiven Viertel wohnt, in denen ihre Eltern wohnen, die außerdem einen Chauffeur und mehrere Hausangestellte haben.  Sie ärgern sich, als Wolf ihnen sagt, nicht jeder könne sich ihren Standard leisten.  Lenni beschreibt dem Leser die Unterschiede zwischen den Armenvierteln und dem „Ghetto der Reichen“, wie ihre Mutter die vornehmen Wohngebiete nennt.   Nachmittags trifft sich Lenni mit ihren Freunden, sie schwimmen im Pool und sprechen über Hausangestellte, die sie manchmal herumkommandieren, oder darüber, dass man zwei Fahrer braucht, um zum Besipiel noch schnell ins Town Center zu fahren.  Am Abend fällt ihrem Bruder Herbert auf, dass sie wohl verliebt sein muss. Ihr Vater rät ihr, vorsichtig zu sein und noch zu warten, da sie bald nach Deutschland zurückkehren würden. Sie ist sich bewusst, verliebt zu sein, aber ohne Wolf wirklich zu kennen.

Kapitel 3: Der Uhu

Im dritten Kapitel „Der Uhu“  erfährt Lenni mehr über Wolf. Die Mädchen der Klasse sind ganz enttäuscht, als er im Schwimmmen mit einem Schwimmanzug  erscheint. Am nächsten Tag ist ein Bombenalarm auf dem Eurocampus und erlöst die Schüler von dem Biologietest, den  Herr Meier, wegen seines Aussehens „Uhu“ genannt, gerade beginnen möchte. Alle Schüler versammeln sich auf dem Parkplatz und werden nach Hause entlassen. Wolf geht zu Fuß, da er sein Fahrrad nicht aus dem Schulgebäude holen darf.  Nachdem sich herausgestellt hat, dass  die Bombendrohung nicht ernst gemeint war, kommen die Kinder am nächsten Tag wieder in die Schule, Wolf wieder zu Fuß, was erneut Erstaunen auslöst. Patrick  meint zu Lenni, sie solle aufpassen, mit wem sie sich einlasse. Auch Sibylle findet ihn gefährlich. Der Schultag geht mit der Meldung zu Ende, dass das Schulpraktkum ausfallen wird. Stattdessen ist ein fächerübergreifendes Projekt angesetzt. Die Schüler finden das langweilig.

Beispiel für eine Charakterisierung (Klasse 8)

Arbeitsschritte

  • Suche systematisch auf allen Seiten des Kapitels nach Aussagen über die Figur, markiere sie.

  • Suche Stellen im Text, die ein typisches Verhalten zeigen, markiere sie.

  • Mache dir Notizen dazu und halte die Textverweise fest (vgl. S. 10).

  • Besonders markante Stellen kannst du auch zitieren, mit Stellenangabe (S. 10).

  • Beschreibe das typische Verhalten und suche passende Adjektive („Er ist ein .......Mensch“) oder Substantive („Er ist ein typischer/ziemlicher ..........“).

  • Ordne deine Notizen nach folgenden Kriterien

    • Aussehen

    • Lebenssituation/Lebensverhältnisse (Familie, Wohnung, Schule, Freunde etc)

    • Verhalten und Eigenschaften

      • Was sagt/denkt er/sie selbst über sich?

      • Was sagen oder denken andere über ihn/sie?

      • Wie verhält er/sie sich in bestimmten Situationen? Welche Eigenschaften hat ein Mensch, der sich so verhält?

    • Wie ist diese Person so geworden? Warum verhält sie sich so?

    • Was hältst du von diesem Menschen? Vergleiche ihn mit dir und anderen, überlege dir Ratschläge etc.

  • Schreibe dazu einen Einleitungssatz.

  • Formuliere die Charakterisierung in Reinschrift aus.

Beispiel: Charakterisierung Lennis in Kapitel 1-3 des Romans „Lenni und Wolf“

(Einleitungssatz)

Lenni ist die Hauptfigur des Romans „Lenni und Wolf“. Sie  ist ein 14-jähriges Mädchen, das mit ihren Eltern in Manila lebt und die Deutsche Schule am Eurocampus besucht (vgl S. 11f.).

(Aussehen)

Sie ist relativ klein, aber nicht viel kleiner als ihre Mutter, sie hat kastanienbraunes, krauses und „widerborstiges“ Haar (vgl. S. 31), das sie von ihrem Vater geerbt hat, ebenso wie sein breites Gesicht (vgl. S. 32). Sie hat Sommersprossen (vgl. S. 16) und ihre Mutter meint, sie sehe mit ihrem Haar und ihren Sommersprossen „frech“ aus, was zu ihrem Namen passe (vgl. S. 16). Sie ist mit ihren Haaren nicht zufrieden, ansonsten macht sie sich aber nicht viele Gedanken über ihren Körper. Anders als ihre Freundinnen legt sie auf Make Up, Puder und Cremes keinen Wert (vgl. S. 31).

(Lebensverhältnisse, Situation)

Lenni, die eigentlich nach ihrer Großtante Leonora heißt, ist eine Schülerin der 9. Klasse der Deutschen Schule in Paranaque. Sie hat einen Bruder namens Herbert, der dreieinhalb Jahre jünger ist als sie. Mit ihren Eltern leben sie seit 11 Jahren in einer vornehmen Siedlung in Alabang, am Rand der Großstadt Manila (vgl. S. 11f).  In ihrem Haus mit Swimmingpool haben sie Angestellte und einen Fahrer. Ihr Vater arbeitet als Arzt für die WHO. Wenn Lenni die 10. Klasse beendet, wird die Familie nach Deutschland zurückkehren. In der Klasse hat sie viele Freundinnen, ihre beste und langjährige Freundin ist Sami (vgl. S.16). In der Klasse sind ausser ihr noch 14 andere Schüler, sie ist keine schlechte Schülerin, am schwächsten ist sie in Mathematik (vgl. S. 13).

 

(Verhalten und Eigenschaften)

Lenni ist ein sehr mitfühlendes und hilfsbereites Mädchen. Das sieht man daran, dass sie jeden Morgen im Bus der kleinen Nika Geschichten erzählt, damit sie nicht traurig ist und nicht zu weinen anfängt (vgl. S. 12.).

Sie ist außerdem etwas ängstlich und schüchtern. Das erkennt man daran, dass....

(Wie ist die Person so geworden?)

Der Text sagt nichts darüber aus, warum Lenni mitfühlend ist, aber man kann vermuten, dass es an der Erziehung liegt, denn ihre Mutter legt großen Wert darauf, andere Menschen zu verstehen und nimmt auf Lennis Rücksicht, zum Beispiel, als sie merkt, dass Lenni verliebt ist. (vgl. S. 33)

(Was hältst du von der Person, ist sie dir sympatisch, warum/warum nicht?)

Ich finde Lenni sehr sympathisch, weil sie anders als ihre Schulkameraden nicht ganz sehr den Luxus betont und sich nicht für etwas Besseres hält als andere....  Ich finde, es kommt im Leben mehr darauf an, dass....

Ich persönlich bin etwas anders als sie,

Ich denke, sie sollte.....

Deutsche Europäische Schule Manila

German European School Manila

75 Swaziland Street

Better Living Subdivision

1711 Parañaque City, Philippines

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