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Ehemalige Schüler der DESM

Ein Gespräch mit Julianna Patricia Varga

Julianna Patricia Varga (DESM 2010 - 2015)

Ein bisschen über mich selbst

 

Ich bin Filipino/Ungarin, auf den Philippinen geboren und auf der kleinen Insel Boracay aufgewachsen. Ich habe meine Schulzeit auf internationalen Schulen auf den Philippinen verbracht und bin mit Englisch als Muttersprache sowohl in der Schule, als auch zu Hause aufgewachsen.

 Ich bin in einer interkulturellen Umgebung aufgewachsen und behalte diese Offenheit immer noch in meinem Leben. Nach all den Jahren auf den Philippinen bin ich 2015 mit der Unterstützung vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für das Studium nach Deutschland umgezogen. Mit 20 Jahren habe ich jetzt mein Biologie Bachelorstudium an der LMU in München mit Projekten im Ausland, beispielsweise einem Forschungsaufenthalt in

Cambridge, England abgeschlossen. Jetzt unterstützt sowohl vom DAAD als auch von der Studienstiftung, fange ich dieses Jahr mit meinem Masters in Molecular Biosciences mit Krebsbiologie als Hauptfach in Heidelberg an.

 

Neben dem Studium mache ich viel mit der Kunst, besonders im Bereich der Fotografie und des Designs. Ich war ein Jahr lang Teil des Kollektivs und offenen Studios ‚the Stu‘ in München und arbeite zurzeit neben anderen Projekten an einem Fotomikroskopie Projekt ‚it’s a small world‘, das die Biologie mit Kunst mischt.

Wie kam es, dass Sie die Deutsche Schule Manila besucht haben und wie lange waren Sie dort?

Auf Boracay habe ich das meiste meiner Schulzeit auf der Brent International School verbracht. Als ich in der sechsten Klasse war, hat die Schule geschlossen, wobei BEIS, das Boracay European International School, daraufhin geöffnet hat; Dort habe ich ein Schuljahr verbracht. 2010 musste ich dann umziehen, weil zu der Zeit die Schulen auf Boracay eine Schulung lediglich bis zur siebten Klasse angeboten hatten. Da BEIS eine Schwesterschule der DSM in Manila war, erhielte ich für die Schule in Manila ein Teilstipendium. Von 2010 bis 2015 war ich auf der DESM und habe hier auch das IB absolviert.

 

Welche Konflikte und Herausforderungen mussten Sie bestehen?

Besonders schwierig war für mich die Umstellung, in einer anderen, für mich ganz neuen, Sprache zu lernen. Da von der 8. – 10. Klasse die meisten Fächer auf Deutsch waren, hatte ich außerhalb der Unterrichtszeiten extra Deutschkurse und musste zu Hause ein bisschen mehr Zeit für die Schulaufgaben einplanen. Mit der Sprache als Hindernis fand ich es schwierig, besonders am Anfang, mich in der Schule wohl zu fühlen. Die Schüler und Lehrer waren jedoch alle sehr nett, offen und hilfsbereit und wann immer es nötig war, konnte man auch alles auf Englisch klären.

Darüber hinaus musste ich mich natürlich auch an das Stadtleben gewöhnen. Da ich auf Boracay aufgewachsen bin, war alles komplett anders, aber die Jahre in Manila waren auf jeden Fall eine sehr wichtige Zeit für mich, in der ich enorm viel gelernt habe, sowohl in als auch außerhalb der Schule.

 

Haben die Schuljahre an der DSM Sie persönlich geprägt? Wären Sie ein anderer Mensch, wenn Sie die Erfahrungen dort nicht gemacht hätten? Inwiefern? Gibt es ein Erlebnis, in dem dies zum Ausdruck kommt?

Die Zeit an der DSM hat mich auf jeden Fall stark beeinflusst. Was mich an der Schule am meisten fasziniert hat, ist wie interkulturell sie war, bzw. ist. Auf der DSM habe ich nicht nur Deutsch gelernt, sondern habe auch die Möglichkeit gehabt, viele tolle Persönlichkeiten kennenzulernen. Von so vielen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen umgeben zu sein, war die perfekte Atmosphäre, sich positiv und interkulturell zu entwickeln. Somit wurde die Umstellung auf ein neues Land leichter gemacht, als ich 2015 mit dem Biologiestudium in München angefangen habe.

Was ist Ihnen in Bildung und Erziehung besonders wichtig? Inwiefern haben Sie dies auch damals an der DESM vorgefunden?

Was für mich bei der Bildung besonders wichtig ist, ist dass man selber die Initiative findet, etwas zu lernen, was einen wirklich interessiert. In der Schule interessiert man sich natürlich nicht gleich für alle Fächer, aber man sollte mindestens verstehen, dass eine abwechslungsreiche Bildung dazu beiträgt, ein weites Wissen beizubehalten und die Fähigkeit zu üben, etwas Neues mit unterschiedlichen Methoden zu lernen. Somit bleibt man sowohl interessiert, als auch engagiert. Genau dies bietet die DSM an, bis zum International Baccalaureate. Was ich am meisten von der Zeit an der DSM schätze, ist dass ich hier gelernt habe, wie ich am effektivsten arbeite. Man lernt, insbesondere während des International Baccalaureate Programms, wie man gutes Zeitmanagement praktiziert. Dies ist, finde ich, die perfekte Vorbereitung auf eine Weiterbildung an der Universität und die Fähigkeit, die Zeit gut einzuplanen. Dies ist aber natürlich auch für viele andere Aspekte im Leben wichtig.

Was bedeuten die Philippinen als Land und die Menschen dort heute für Sie?

Philippinen ist meine Heimat. Meine Mutter ist Filipino und mein Vater Ungar, der einen Großteil seiner Kindheit in Deutschland verbracht hat. Ich bin jedoch auf den Philippinen mit Englisch und Deutsch aufgewachsen. Somit identifiziere ich mich mit unterschiedlichen Identitäten, aber was mich prägt, sind die Philippinen als mein zu Hause. Meiner Meinung nach ist es jedoch extrem wichtig, etwas neues, insbesondere andere Kulturen zu erfahren.

 

Meine Eltern leben noch auf Boracay; Ich würde jedoch in den nächsten Jahren noch gerne die Welt erkunden. Es ist aber natürlich schön zu wissen, dass die Philippinen als meine Heimat immer da sind, wo ich eine familiäre Basis habe und immer zurückkommen kann.

Wie erklären Sie sich, dass die Philippinen ein weitgehend unbekanntes Land für Europäer sind und die Menschen eher ein schlechtes Image haben? / Was könnte getan werden, um die Philippinen bekannter zu machen und das schlechte Image zu revidieren?

 

Natürlich wird ein Land nicht nur von positiven Sachen geprägt; das Image eines Landes besteht aus den Eindrücken von vielen Menschen und ist daher auch sehr komplex zu definieren. Mit den Philippinen als Entwicklungsland ist es besonders wichtig, dass man nicht nur die positiven Seiten im Vordergrund bringt, sondern dass man auch ehrlich in der Erzählung seiner eigenen Erfahrungen bleibt. Ein Land ist wie man es empfindet, und meiner Meinung nach besitzen die Philippinen eine Menge positiver Aspekte, die ihre negativen Seiten locker überdecken. Um diese zu finden, muss man sich nur richtig informieren, offen sein - am besten auch mal alles selber zu erfahren - bevor man sich für eine Meinung entscheidet.

German European School Manila

75 Swaziland Street

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